Fotos © Robert Wimmer

INTERVIEW Wiener Zeitung, Printausgabe 16. April 2011

»Laufen ist viel mehr als nur ein Sport«

Gerhard Hartmann und Jürgen Spona im Gespräch mit Christine Dobretsberger

Der ehemalige Langsstreckenläufer Gerhard Hartmann und der Biochemiker Jürgen Spona über die Herausforderungen eines Marathonlaufs, wie viel Bewegung Menschen gut tut - und warum Aminosäuren leistungssteigernd wirken.

"Wiener Zeitung": Herr Hartmann, Sie hatten von 1986 bis 2009 den österreichischen Marathonrekord inne. Anfang der 1990er Jahre haben Sie sich vom Leistungssport zurückgezogen. Sind Sie seither Marathon gelaufen?

Gerhard Hartmann: Natürlich, auch mit großem Spaß. Warum ich heute keinen Marathon mehr laufe, hat den Grund, dass ich zu einem Zeitpunkt damit aufhören wollte, als ich wusste, dass es im Grunde noch möglich wäre. Wenn man das Marathonlaufen erst dann beendet, wenn es körperlich nicht mehr geht, bekommt man ein Problem.

Laufen Sie trotzdem noch regelmäßig?

Hartmann: Ich laufe pro Woche 80 bis 100 Kilometer, früher waren es 200 Kilometer.

Wie haben Sie es geschafft, trotz dieser jahrzehntelangen Extrembelastung fit zu bleiben? Gerade beim Laufen werden die Gelenke doch ziemlich beansprucht.

Hartmann: Zum Teil ist meine körperliche Verfassung natürlich ein großes Geschenk. Die Frage ist nur: Wie verwaltet man dieses Geschenk? Heute bin ich überzeugt, dass ich es gut verwaltet habe. Trotz der hohen Belastungen habe ich immer in meinen Körper hineingehört, habe meine Kräfte sehr genau eingeteilt und wollte nicht um jeden Preis bei allen Wettkämpfen dabei sein. Ich denke, das ist ein Punkt, an dem viele Menschen etwas falsch machen - nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf. Viel zu viele glauben, unendlich viel Power zu haben.

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