Fotos © Robert Wimmer

INTERVIEW Wiener Zeitung, Printausgabe 28. Jänner 2012

»Das ist nicht mehr mein Theater«

Christine Dobretsberger im Gespräch mit Heinz Marecek


Heinz Marecek erzählt, wie er zum Schauspielerberuf fand, warum er heute Film- und TV-Aufnahmen der Bühnenarbeit vorzieht - und wie er in (fast) allen Lebenslagen Witz und Humor bewahrt.

"Wiener Zeitung": Herr Marecek, Ihre kürzlich erschienene Autobiographie trägt den Titel "Ich komme aus dem Lachen nicht heraus" und beginnt bezeichnenderweise mit dem Satz: "Lachen zieht sich durch mein Leben wie ein silberner Faden." Darf man davon ausgehen, dass es bereits in Ihrer Kindheit ziemlich lustig zuging?

Heinz Marecek: Wir waren eine ausgesprochen lachfreudige Familie! Mein Vater hatte Witz, meine Mutter unglaublichen Humor. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten ist sehr viel gelacht worden . . .

. . . nicht zuletzt über die Doppelconférencen von Karl Farkas und Ernst Waldbrunn . . .

. . . ja, die sind mir bis heute in lebhafter Erinnerung. Meine Eltern gingen zwar selten ins Theater, ließen dafür aber kein einziges neues Simpl-Programm aus. Die lustigsten Kabarettszenen wurden dann daheim wochenlang nachgespielt. Schon damals hatte ich eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, wie Waldbrunn, Farkas oder Maxi Böhm die Pointen setzen, ohne sie jemals selbst auf der Bühne gesehen zu haben.

Sie schreiben, dass Sie in "Betragen" immer die Note "3" hatten. War daran ebenfalls Ihr Sinn für Humor schuld?

Es gab keinen Streich, den ich ausgelassen hätte. Wenn jemand eine Idee für einen Blödsinn hatte, konnte er fest mit meiner Mitwirkung rechnen. Außerdem konnte ich nicht ruhig sitzen. All das führte haufenweise zu Klassenbucheintragungen. Es gibt kein Zeugnis, in dem nicht ein Dreier in "Betragen" steht.

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